Orthopädie

Die Orthopädie befasst sich mit den krankhaften Veränderungen an Knochen, Gelenken, Sehnen, Bändern und Muskeln. Für die Information über die von uns angebotene orthopädische Diagnostik klicken Sie bitte auf die einzelnen Unterpunkte.

Ankaufuntersuchung

Klinische Kaufuntersuchung = „kleiner TÜV“
Diese Untersuchung beinhaltet eine komplette internistische Untersuchung von Herz und Lunge in Ruhe und unter Belastung, sowie die Untersuchung der Augen, des Nervensystems, der Maulhöhle, der Haut, des Rückens und der Gliedmaßen.

Des Weiteren erfolgen eine orthopädische Untersuchung im Schritt und im Trab auf hartem und weichem Boden, Beugeproben aller Gliedmaßen sowie eine Untersuchung auf Wendeschmerz. Der Bewegungsapparat wird außerdem im Zuge der Belastungsuntersuchung Herz/Lunge auf weichem Boden an der Longe in allen Gangarten beurteilt.

Bei ausgeprägten Gliedmaßenfehlstellungen oder positiven Beugeproben wird eine weiterführende röntgenologische Untersuchung empfohlen.

Klinische und röntgenologische Kaufuntersuchung  = „großer TÜV „
Es erfolgt zusätzlich zur klinischen Untersuchung (wie oben beschrieben) eine röntgenologische Untersuchung. Der neue Standard nach Röntgen Leitfaden 2018 umfasst 18  Aufnahmen:

Vordergliedmaße: Huf 90°, Zehe 90°, Huf 0° nach Oxspring. Hintergliedmaße: Zehe 90°, Sprunggelenk 0°, 45° und 135°, Knie 90° und 180°

Auf Wunsch und nach Absprache kann die röntgenologische Untersuchung individuell ausgeweitet, oder durch Verzicht auf empfohlene Standardprojektionen, reduziert werden.

Lahmheitsuntersuchung

Lahmheitsuntersuchungen erfolgen in individuellem Umfang.

Das Pferd wird im Schritt und im Trab auf hartem Boden untersucht, einschließlich Beuge- und Provokationsproben der betroffenen Gliedmaße.

Im Bedarfsfall erfolgt zusätzlich eine Begutachtung auf weichem Boden an der Longe oder unter dem Reiter.

Ist eine klare Diagnose anhand der klinischen Untersuchung nicht möglich, wird durch stufenweise örtliche Betäubung der betroffenen Gliedmaße von unten nach oben (Leitungs- und Gelenksanästhesien) die Lahmheitsursache eingegrenzt.

In Ergänzung werden digitale Röntgenaufnahmen angefertigt oder Ultraschalluntersuchungen durchgeführt.

Digitales Röntgensystem

Digitales RöntgensystemUnsere Praxis verfügt über mobile, zum Teil vollständig akkubetriebene digitale Röntgensysteme, welche hochwertige computergestützte Bilder bei minimaler Strahlenbelastung garantieren.

Bilder können sofort vor Ort entwickelt und beurteilt werden. Kleinere Defekte können vergrößert und durch Nachbearbeitung der digitalen Bildinformation hervorgehoben werden.

Auf Wunsch wird eine Kopie der Röntgenbilder auf CD erstellt, bzw. können wir Ihnen die Röntgenbilder per E-Mail zukommen lassen.

Gelenkbehandlung

Erkrankungen der Gelenke zählen zu den am häufisten diagnostizierten orthopädischen Problemen. Neben chronisch degenerativen Veränderungen (Arthrose, Spat..) treten auch akute Entzündungen auf, die oft mit hochgradiger Lahmheit verbunden sind.

Je nach Schweregrad der Erkrankung, kann die Behandlung über systemische Medikation (Entzündungshemmer/ Schmerzmittel, intravenös und oral verabreicht, sowie Zusatzfuttermittel für den Gelenkstoffwechsel) in Kombination mit einem individuell erstellten Bewegungsplan erfolgen.

Es kann aber auch notwendig sein, lokal wirksame Medikamente direkt in das Gelenk zu injizieren. Die Gelenkínjektion erfolgt unter sterilen Bedingungen (Rasur und mehrfache Desinfektion) und wird von unserem Team auch ambulant durchgeführt.

Meist werden folgende Präparate zur Gelenkinjektion verwendet:

Cortison/Depotcortison: hat eine stark entzündungshemmende Wirkung.

Hyaluronsäure: neutralisiert bestimmte Mediatoren von Entzündung und Schmerz (Metalloproteine und Prostaglandine) und ist wichtiger Bestandteil der Synovia, der sogenannten „Gelenkschmiere“, die für die Reduzierung der Reibung des Gelenkes verantwortlich ist. Die Hyaluronsäure wird bei moderaten Veränderungen alleine, bei schweren Gelenkerkrankungen in Kombination mit Cortison eingesetzt.

Hochmolekulare Hyaluronsäure oder Kombinationspräparate mit nieder-und hochmolekularer Hyaluronsäure: bei schwerer Beschädigung/Degeneration des Gelenkknorpels empfiehlt sich die Injektion einer hochmolekularen Hyaluronsäure. Diese hat eine deutlich längere Verweildauer im Gelenk und bildet eine Art mechanischen Puffer. So kann der Gelenkknorpel regenerieren und die Entzündung kommt zur Ruhe. Bei schon länger bestehenden Gelenksentzündungen erfolgt eine Wiederholung der Behandlung nach einer Woche.

PRP:  aus dem Patientenblut werden über ein steriles Filtersystem ambulant im Stall Thrombozyten gewonnen, die direkt in das geschädigte Gelenk injiziert werden. Ähnlich dem in einigen Kliniken gewonnenen IRAP. Blutplättchen enthalten zahlreiche Wachstumsfaktoren, die die Wundheilung unterstützen und die Gewebereparatur fördern. Aktivierte Plättchen setzen diese natürlichen Wachstumsfaktoren im Verletzungsbereich frei. Diese Gelenktherapien eignen sich vor allem zum nachhaltigen Wiederaufbau des Knorpels. Sie kommen oft zur Verbesserung der Heilung nach Arthroskopie zum Einsatz.

Sehnenultraschall

Wir können Erkrankungen der Sehnen, Bänder und Muskulatur mittels mobilem, akkubetriebenem Ultraschallgerät sicher im Stall diagnostizieren.

Das Speichern von Ultraschallbildern auf CD ist ebenfalls möglich.

 

 

Sehnenbehandlungen

Bei Sehnenzerrung oder leichteren Sehnenschäden reicht oft Ruhe, Entzündungshemmer und kontrollierte Bewegung auf hartem Boden aus. Das Abklingen der Sehnenschwellung wird durch lokale Injektionen nach Müller-Wohlfahrt , durch Blutegeltherapie oder auch durch Laserbehandlung deutlich beschleunigt.

In schwerwiegenden Fällen kann der Faserdefekt durch die Injektion einer speziellen Hyaluronsäure aufgefüllt werden. Außerdem erzielen wir gute Heilungserfolge mit PRP (plateled riched plasma) .

 

Plateled Riched Plasma (PRP):  Bei dieser Therapie wird  dem Pferd Blut entnommen und direkt nach Entnahme in einem speziell dafür vorgesehenen Filtersystem gefiltert. Für die Therapie wird das herausgefilterte, mit Blutplättchen angereicherte Blutplasma verwendet.

Blutplättchen enthalten zahlreiche Wachstumsfaktoren , die die Wundheilung unterstützen und die Gewebereparatur fördern. Aktivierte Plättchen setzen diese natürlichen Wachstumsfaktoren im Verletzungsbereich frei. PRP Therapien werden zur Behandlung von speziellen Verletzungen der Sehnen und Bänder als äußerst wertvoll angesehen. Das herausgefilterte Plasma wird direkt nach der Filtration unter Ultraschallkontrolle in die Läsion injiziert.

Welche der beschriebenen Therapien zum Einsatz kommt, hängt von der Art der Verletzung, sowie vom Verwendungszweck des Pferdes ab.

Physiotherapie/Osteopathie

Die Humanosteopathie ist eine Behandlungsmethode, die bereits 1874 von Dr. Andrew Taylor Still „erfunden“ wurde. Sie basiert noch heute auf folgenden Erkenntnissen:

Jedes Lebewesen zeichnet sich durch Bewegung aus. Durch das Gleichgewicht zwischen all diesen Bewegungen wird der Gesundheitszustand des Lebewesens definiert. Die Osteopathie hat die Aufgabe, das gestörte Gleichgewicht des Lebewesens auf allen funktionellen Ebenen wiederherzustellen, indem sie allen Geweben ihre Mobilität zurückgibt. Viele Osteopathen bezeichnen ihr Handwerk als „Kommunikation mit dem Gewebe“. Bei einer osteopathischen Behandlung ist es wichtig, das Pferd zunächst in der Bewegung unter dem Reiter, oder an der Longe, zu beurteilen. Danach erfolgt ein ausführliches „Abtasten“ der einzelnen Gelenke und deren Beweglichkeit. Das Wiederherstellen der Funktion steht ganz am Ende einer osteopathischen Behandlung. Dazu stehen dem Osteopathen mehrere Techniken zur Verfügung. Häufig findet das Wort „Einrenken“ in diesem Zusammenhang Verwendung. Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinweisen, daß krachende Geräusche und grobe Handgriffe nichts mit einer osteopathischen Behandlung zu tun haben. Es sind vielmehr kleine, weiche Bewegungen, die ausreichen, um eine gestörte Funktion wiederherzustellen. Das Pferd ist zwar ein großes Tier, jedoch für seine Größe ein ausgesprochener „Bewegungsakrobat“. Hat ein Pferd ein akutes schmerzhaftes Problem, ist dies kein Fall für den Osteopathen. Der Osteopath kann lediglich eine Bewegungseinschränkung beheben, welche selbstverständlich auch nach einer länger andauernden Lahmheit durch Fehlbelastung entstehen kann. Die Osteopathie ist nützlich bei:

  • Rittigkeitsproblemen (Steifheit, fester Rücken, fehlendes Untertreten,falsches Angaloppieren etc.)
  • Unwilligkeit beim Satteln
  • Nach verschiedenen Arten von Lahmheiten
  • Prophylaktisch, bevor sich irreversible „Läsionen“ einstellen.

Nach einer osteopathischen Behandlung sollte das Pferd 2-3 Tage nicht geritten oder longiert werden, da der Körper die Möglichkeit haben muß, sein Gleichgewicht wiederherzustellen. Wichtig ist außerdem, daß man nicht immer ein sofortiges Ergebnis erwarten darf, auch wenn dies häufig passiert. Bei sehr starken funktionellen Störungen kann eine zweite Therapie nach 2-4 Wochen nötig sein.

Mit einer abgeschlossenen Ausbildung zur Pferdeosteopathin/Pferdephysiotherapeutin untersucht und behandelt Frau Dr. Ehrenfels Ihr Pferd je nach individuellem Problem.

Osteopathie


Physiotherapie

Pulsierendes Magnetfeldsystem

Unterstützend zu den Sehnen- bzw. Rückenbehandlungen steht Ihnen ein pulsierendes Magnetfeldsystem mit – je nach Bedarf – Magnetfeldgamasche oder -decke zum Verleih zur Verfügung.